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Der Ausdruck „Perpetual Beta Web“ (Das ewige Beta Web) wurde durch Tim O´Reilly, dem Namensgeber des Web 2.0, als Synonym für ein sich ständig veränderndes und interaktives Internet geprägt.

In seinem Artikel
What Is Web 2.0 beschreibt er damit ein interaktives Internet mit Anwendungen wie Gmail, Google Maps, Flickr und del.icio.us, die Aufgrund ihrer offenen Entwicklung und der häufigen Integration neuer Funktionen die Testphase, also die sogenannte Beta-Phase, niemals verlassen.
Wie sehr er damit recht hatte, erkennt man heute nicht nur an den vielen Internetangeboten, die als ewige Baustelle ein „Beta“ im Namen tragen. Oft legen Unternehmen, wie z.B. Google, den Programmcode einiger Anwendungen von vorne herein offen, so dass auch wenig geübte Nutzer in der Lage sind eigene Anwendungen, sogenannte Mashups, zu erstellen.

Wir müssen uns heute von dem Gedanken verabschieden, dass das Internet ein statisches und kontrollierbares Produkt ist. Ebensowenig ist es eine Einbahnstrasse, auf der der User sich nach festgelegten Regeln in eine Richtung bewegt.
Blogging, Podcasting und Video-Streaming haben es ermöglicht, dass aus dem User ein ProdUser wurde, der aktiv das Internet nach seinem Willen verändert und mit seinem eigenem Inhalt füttert.

Andy Warhol sagte einmal über die Zukunft der Medien, dass jeder von uns für 15 Minuten berühmt sein wird. Heute würde er wohl in Anbetracht von Youtube und Co. sagen, dass jeder mit 15 Megabyte Berühmtheit erlangen kann.


Der „User Generated Content“ bildet heute das Fundament des Internets und verwandelt es in ein anarchisches Medium.



Im Moment befinden wir uns in der Hoch-Phase der User-Vernetzung.
Social Networks zu jedem Thema schießen wie Pilze aus dem Boden. Sie erlangen kurzfristige Berühmtheit, bis die meisten von ihnen spontan durch rapiden Besucherschwund in die Bedeutungslosigkeit versinken. Nur die wenigsten schaffen es dauerhaft im Fokus der User zu bleiben. Zumeist liegt das an nicht vorhandenen oder unprofessionellen Markenstrategien. Sobald der erste Hype dann vorüber ist, zieht die Trend-Karavane weiter.
 
Eine große Herausforderung für Unternehmen ist aktuell die Integration von Enterprise 2.0 in den Unternehmensalltag- interaktive Intranet-Kommunikation und Social Networking setzen, neben effektiven Hard- und Software-Lösungen, auch enorme soziale Kompetenz und Verantwortung voraus.
 
Hinzu kommt erschwerend, dass wir vor dem Sprung in ein zweites, ein mobiles Internet stehen.
Dieses Mobile Web funktioniert wiederum nach ganz eigenen Gesetzen und wird erst durch Handy-artige Kleinst-Computern ermöglicht.

Anwendungen, die für diese Entwicklungen konzipiert werden, müssen auf gänzlich andere technische Anforderungen und sozio-kulturelle User-Bedürfnisse zugeschnitten sein.

Fakt ist, dass dieses Mobile Web das aktuelle Internet zwar nicht ersetzen kann, aber in Zukunft sicherlich weitaus intensiver als dieses genutzt wird. Das ist nur eine Frage der Zeit und sinkender Nutzungskosten.



Die Chancen, die uns alle diese Entwicklungen bieten, sind gewaltig.
Jedes moderne Unternehmen, jedes Projekt, dass sich dieser Herausforderung nicht stellt, findet sich über kurz oder lang mit Sicherheit auf einem virtuellen Abstellgleis wieder.

Um sich aber heute in diesem Umfeld behaupten zu können, benötigt man neben dem Verständnis der technischen Grundlagen und User-Wünsche, einem gut gefüllten „Online-Marketing- Werkzeugkasten“, sozio-kulturelles Fingerspitzengefühl und den Mut zu Offenheit und ungewöhnlichen Aktionen.

Vor allem braucht man aber Strategien und Konzepte, die in der Lage sind, sich dynamisch an die permanenten Veränderungen des "Lebensraums" Internet anzupassen.


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